Drohnen lassen sich optimal als Helfer für Aufgaben im Bereich der Vermessung, Wartung und Kontrolle einsetzen. In diesen Bereichen finden sich immer neue Einsatzmöglichkeiten für die kleinen Fluggeräte. Aus diesem Grund unterstützen Drohnen auf Baustellen, im Facility-Management und im Handwerk immer häufiger die tägliche Arbeit.
Die rechtlichen Rahmenbedingungen beim Einsatz von Drohnen auf Baustellen und ähnlichen Bereichen
Der Einsatz von Drohnen ist inzwischen rechtlich reguliert. Seit Beginn des Jahres 2021 wird in den meisten Fällen ein EU-Drohnenführerschein zum Betrieb benötigt. Drohnen, die nach 2024 gefertigt wurden, sind in vier Klassen eingeteilt. Die EASA-Liste umfasst die folgenden Klassen:
- C0 Gewicht maximal 250 g
- C1 Gewicht zwischen 251 und 900 g
- C2 Gewicht zwischen 901 g und 4 kg
- C3 Gewicht von mehr als 4 kg und maximal 25 kg
Diese Klassen definieren, in welchen Bereichen die Drohne eingesetzt werden darf und welcher Typ von EU-Drohnenführerschein benötigt wird. Für Drohnen der Klasse C0 ist kein Führerschein erforderlich. Für Drohnen der Klasse C1 wird der kleine EU-Drohnenführerschein benötigt. Dies trifft auf viele Drohnen mit Kamera zu. Diese Drohnen gehören zusammen in die Kategorie A1. So ist der Einsatz von Drohnen der Klasse C0 über Personen und Gebäuden mit Ausnahme von Menschenansammlungen erlaubt.
Für Drohnen der Klasse C2 und C3 sowie bei einem Einsatz in einem Abstand von weniger als 150 Metern zu Wohn-, Gewerbe- und Industriegebäuden ist der große EU-Drohnenführerschein erforderlich. Ebenfalls ist der große Drohnenführerschein für Bestandsdrohnen erforderlich, die eine C-Klassifizierung haben, wenn diese mehr als 500 g wiegen. Für alle Drohnen muss eine spezielle Haftpflichtversicherung vorhanden sein. Zudem ist immer ein Mindestalter von 16 Jahren vorgeschrieben.
Weiterhin gibt die EU-Drohnenverordnung aus dem Jahre 2021 vor, dass die Fluggeräte gekennzeichnet und registriert sein müssen. Die Registrierung ist online beim Luftfahrtbundesamt möglich und kostenlos. Die dort erhaltene eID muss auf der Drohne, beispielsweise mit einer gravierten Plakette, vermerkt sein.
Die Vorteile von Drohnen bei der Vermessung und Kontrolle
Der Einsatz von Drohnen ist bei vielen Aufgaben in der Vermessung oder Kontrolle von Gebäuden sinnvoll. Ein zentraler Vorteil ist, dass viele Arbeiten schneller, einfacher und sicherer sind. Dies betrifft Sichtkontrollen in Bereichen, die nur schwer zu erreichen sind.
Bei vielen Gebäuden ist eine regelmäßige Kontrolle erforderlich. Dies erfordert oftmals eine direkte Besichtigung, die mitunter sehr umständlich ist. Hiervon sind vor allem Inspektionen von Windkraftanlagen, Brücken oder Industrieanlagen betroffen. Hier müssen Fachkräfte in bedrohlichen Bereichen mit aufwendiger Sicherung Begutachtungen durchführen. Die eigentliche Kontrolle nimmt dabei oftmals weniger Zeit ein als die Vorbereitung und der Aufstieg.

Dieses Ortungssystem kommt auch bei der Programmierung zum Einsatz. Dies erleichtert die Steuerung sowie die Dokumentation erheblich. Gerade in Bereichen, die regelmäßig protokolliert werden, ist dies ein enormer Vorteil. Durch die Programmierung einer Flugroute sind die gesammelten Daten und das Videomaterial konstant gleichbleibend. Bei der Wartung oder der Kontrolle von Baufortschritten ist dies hilfreich.
Bei diesen Aufgaben auf Baustellen sind Drohnen hilfreich
Auf Baustellen spielt die Kombination aus digitalem Fortschritt und Drohnentechnik ihre ganzen Stärken aus. So erfolgt die Übertragung von Bildmaterial und Datenmessungen direkt in eine speziell dafür ausgelegt Software. Inzwischen gibt es eine breite Auswahl an Software für das Drohnen-Mapping und die Fotogrammetrie.
So sind Drohnen in der Lage, komplette Gebäude und Gelände zu vermessen. Die Daten lassen sich dann in CAD-Anwendungen übertragen. Dort wird ein digitaler Zwilling erstellt oder die Informationen stehen Fachplanern und Architekten zur Verfügung. Auf Basis dieser Daten entstehen dann Visualisierungen für Um- und Neubauten. Auf diese Weise wird bereits die Bauplanung beschleunigt und die Kosten werden gesenkt.

Die Drohne fliegt außerhalb der Arbeitsbereiche die Baustelle ab und dokumentiert die Fortschritte. Durch diesen einfachen Ablauf lassen sich Baufortschritte häufiger kontrollieren. Dadurch ist eine präzisere Angabe über den Zeitpunkt der Fertigstellung möglich.
Ebenfalls kommen Drohnen und das so gesammelte Videomaterial bei Sanierungen zum Einsatz. Die Vermessung des Dachaufmaßes gelingt mithilfe von Drohnentechnik bis zu zehnmal schneller als mit klassischen Methoden. Teilweise dauert es nur wenige Minuten, ein Dach mithilfe einer Drohne zu vermessen und die erforderlichen Daten zu sammeln. Mit der Drohne lassen sich Daten vor der Installation einer Fotovoltaikanlage einholen oder das gesamte Dach ausmessen, wenn eine Neueindeckung ansteht.
Kontrolle und Wartung – Drohnen als zeit- und kostensparende Alternative
Im Bereich der Gebäude- und Infrastrukturwartung gibt es einen permanenten Bedarf der Kontrolle. Turnusmäßig müssen der Zustand von unterschiedlichsten Bereichen begutachtet werden. In den meisten Fällen ist eine Sichtkontrolle ausreichend. Diese muss jedoch direkt vor Ort erfolgen. Bei vielen Kontrollen sorgt dies für einen erheblichen Aufwand.
Dies betrifft vor allem große Gebäude und schwer erreichbare Stellen. Beispiele hierfür sind Kontrollen an Gebäuden und Installationen aus dem Bereich der Infrastruktur. Dazu gehören Strommasten, Windkraftanlagen und andere Kraftwerke oder auch Staumauern. Die aufwendigen und zeitintensiven Kontrollen erzeugen oft hohe Kosten.

Hier kommen die Fluggeräte verstärkt im Computer-Aided Facility-Management (CAFM) zum Einsatz. Das gesammelte Bild- und Videomaterial liefert die notwendigen Daten für eine 360 Grad Dokumentation der Gebäudehülle. Auf diese Weise gelingt mit geringem Aufwand eine lückenlose und regelmäßige Protokollierung des Zustands von Gebäuden. Diese Daten sind für genauere Inspektionen und für die Planung von Sanierungsmaßnahmen hilfreich.
Drohnen lassen sich jedoch auch mit Sensortechnik ausstatten. Gerade Wärmebildkameras sind eine interessante Option im Facility-Management. Auf diese Weise ist die Thermografie von Gebäuden möglich. So finden die Drohnen Wärme- und Kältebrücken. Dabei sind die Fluggeräte in der Lage, in kurzer Zeit große Bereiche zu kartografieren. Die gewonnenen Daten kommen dann bei der Bewertung der Wärmedämmung sowie der Verbesserung dieser zum Einsatz. So helfen Drohnen im Facility-Management dabei, die Energiekosten zu reduzieren.
Auch in Verbindung mit anderen Diensten lassen sich Drohnen sinnvoll in das Facility-Management integrieren. Dies ist beispielsweise mithilfe von Kontrollflügen möglich, um den Reinigungsbedarf zu identifizieren. Dies betrifft sowohl Außenanlagen als auch Fenster und andere Bereiche. Auf diese Weise ist ein optimierter Einsatz von Ressourcen und Personal möglich.
