Lehm ist einer der ältesten Baustoffe in der Geschichte der Menschheit und wurde schon vor tausenden von Jahren als Baustoff im Nahen Osten, Vorderasien und Europa verwendet. Später kam Lehm aus der Mode und wurde abgelöst durch z.B. Ziegelsteine. Doch seit einiger Zeit erlebt Lehm als Baustoff ein Comeback - und das nicht nur weil er nachhaltig und ökologisch ist.
Gerade die Vorteile von Lehm in Bezug auf die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden öffnet dem Baumaterial wieder die Türen in unser Eigenheim. Schließlich bietet dieser diverse Vorteile wenn es um die Qualität von Luft und Klima in den eigenen vier Wänden geht. Denn zum einen reguliert Lehm die Luftfeuchtigkeit indem er Feuchtigkeit in seiner Oberfläche speichert und diese bei Bedarf wieder abgibt und zum anderen filtert er Schadstoffemissionen und Feinstaub aus der Luft, wodurch er hervorragend für Allergiker geeignet ist.
Die Wärmeregulation ist ein weiterer Vorteil den Lehm bietet; ähnlich wie die Luftfeuchtigkeit speichert Lehm Wärme die durch Heizluft aber auch durch Sonneneinstrahlung entsteht und gibt diese wieder ab wenn es kühler wird. Dadurch herrscht stets ein angenehmes Raumklima. Diese Ausgeglichenheit stärkt das Wohlbefinden und reduziert unter anderem stark das Risiko an einer Erkältung oder Asthma zu erkranken.
Lehm wird aus Sand, Schluff (Feinsand) und Ton hergestellt und ist somit ein reines Naturprodukt, welches ressourcenschonend und regional abgebaut werden kann. Seine Eigenschaften lassen sich durch die Zugabe von pflanzlichen und mineralischen Zuschlägen wie z.B. Hanf, Stroh oder Holz gezielt beeinflussen. Zum Beispiel kann man Schwinden und Rissbildung während des Trocknens verhindern, die Druck- und Abriebfestigkeit erhöhen oder die Wärmedämmung verbessern.
Zum Einsatz kommt Lehm vor allem im Innenausbau und als alternative für massive, nichttragende Wände kann man auch Lehmziegel verwenden. Auch in Feuchträumen wie Badezimmer und Küche kann Lehm für die Wände eingesetzt werden, wobei im direkten Spritzwasserbereich weiterhin Fliesen oder andere wasserfeste Materialien nötig sind.
Theoretisch ließe sich ein Wohnhaus komplett aus Lehm errichten, dieses muss dann aber gegen aufsteigendes Wasser aus dem Boden und Regen geschützt werden.
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